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Digitale Texte

Eine kurze Anleitung für Online-Journalismus

Matthias Kutzscher

Vom Leser her denken

Der Hersteller von Pflanzenpflege-Produkten Neudorff macht es, die Coworking-Firma WeWork und Siemens auch. Der Mittelständler, das Start-Up, der Industrie-Gigant bieten viele Informationen auf ihren Websites aus Nutzersicht, binden Kunden- und Projekterfahrungen ein, begeistern mit Hypertext-Strukturen. Was das bringt? Interesse.

Jede Firma, jede Organisation muss Kunden zeigen, was sie leistet, was sie auszeichnet und unterscheidet. Traditionell funktioniert der Dialog mit Zielgruppen in einem Sender-Empfänger-Modell. Einer dekliniert Besonderheiten und Vorteile, die anderen hören zu und entscheiden sich (optimalerweise) zu handeln.

Immer mehr Firmen gehen bei der Präsentation von Produkten und Angeboten auf Webseiten jedoch dazu über, Konsumenten, Anwender, Mitarbeiter, Partner ins Zentrum der Kommunikation zu rücken.

Der Wechsel von der Wir- in die Ihr-Perspektive signalisiert: Bedarf erkannt, Angebot zugeschnitten. Genau das lenkt Mouseklicks und Motivation im Geschäft mit Endkunden und bei B2B-Kontakten.

Gut zu wissen:
Cleveres Content Marketing ist nichts anderes als Werbung mit Inhalten, die Nutzer spannend finden.

Kunden und Projekte zeigen

Möchten Sie Partnerbelange in Ihre Webseiten-Kommunikation binden? Das sind neun Möglichkeiten:

  • Testimonials beeinflussen Image positiv
  • Referenzen erklärten Projekte detailliert
  • Anwender-Beispiele machen Leistungen sichtbar
  • Kundenzitate vermitteln Zufriedenheit und Erfolg
  • Info-Grafiken dechiffrieren Prozesse
  • Whitepaper stellen Potentiale dar
  • Illustrationen visualisieren Informationen
  • Reports analysieren Trends
  • Videos ergründen Funktionen

So verschieden die Instrumente sind, der Inhalt muss für Webseiten-Besucher unbedingt relevant sein, der Nutzen im Kern der Berichterstattung stehen und das Thema kurzweilig aufbereitet sein.

Texte Online-spezifisch präsentieren

Direkt interessieren, packen, tiefer in die Inhalte ziehen: das muss Webseiten-Content schaffen. Denn Fakt ist: Leser sind desorientiert am Desktop, Tablet oder Mobile Phone. Zumindest am Anfang. Der Interface-Bildschirm stellt nur einen geringen Teil der Inhalte auf einer Webseite dar.

Formale, technische und inhaltliche Steigleitern müssen daher dafür sorgen, dass niemand auf der Suche nach Antworten verloren geht. Hypertext-Strukturen mit Links, Register als Orientierungshilfe und Navigationsmechanismen wie Vor- und Zurückbutton sind typische technische Krücken gegen die Drift ins Ungewisse. Richtig orientiert und zufrieden können Webseitenleser jedoch erst sein, wenn

  • interaktive und kommunikative Textformen locker gemischt werden
  • die Informationen Mehrwert bieten
  • Textinhalte scharf gemacht werden durch – starke Headlines – abwechslungsreiche Leads – saubere Strukturen – spannende Sprache
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